EVA - Eigenverantwortliches Arbeiten

boxen_klein_hpInformationsblatt zu EVA

Unter den wachsamen, aber stets wohlwollenden Augen der Schulleitung fand im Schuljahr 2009/10 erstmals in zwei fünften Klassen ein Unterrichtsprojekt in den Fächern Deutsch und Mathematik statt, das auf der Überzeugung beruht, dass Lerninhalte nachhaltiger wirken, wenn Kinder sie sich selbständig und in ihrem eigenen Tempo aneignen und sie ausprobieren dürfen. Verändert wurden also nicht die Inhalte der beiden Fächer, sondern die Methoden des Unterrichts. Dabei wurde das Rad natürlich nicht neu erfunden.

Freiarbeit und Wochenplanarbeit sind in der Didaktik schon lange erprobte Mittel, und auch am LSG werden sie von vielen Lehrkräften regelmäßig und erfolgreich eingesetzt. Neu ist allenfalls, diese Methoden in zwei Klassen und Fächern parallel und über (fast) ein ganzes Schuljahr hinweg zu praktizieren. Und neu und etwas ganz Besonderes ist auch, dass das „EVA“–Team (Fr. Debold und Fr. Kohlmann für Deutsch, Hr. Decker und Hr. Gronau für Mathematik) mit den beiden Klassen die vier schönen neuen Räume über der Mensa nutzen durfte, die viel Bewegungs- und Gestaltungsspielraum ermöglichten.

Und wozu das Ganze? Hier ein Zitat aus dem ursprünglichen Konzept, das sich unser Viererteam in der Vorbereitung auf das Schuljahr 2009/10 erarbeitete:

„Die Schüler sollen weitestgehend selbstständig arbeiten können und gelangen dadurch zu einer verstärkten Selbstspiegelung. Es scheint erwiesen, dass Menschen, die mit der Selbstreflexion früh genug beginnen, auch später bei der Berufs- und Selbstfindung erfolgreicher sind. Der Umgang mit der Freiheit der Selbstgestaltung und -verantwortung soll den individuell doch sehr unterschiedlichen Kindern erleichtern, ihre Rolle im Sozialverbund zu finden und sich mit ihren Handlungen und Entscheidungen besser zu identifizieren.
Das Konzept fördert auch die Sozial- und Methodenkompetenz; einem rein rezeptiven Verhalten, wie es gerade am Gymnasium häufig die „guten“, „angepassten“ Schüler zeigen, wird vorgebaut. Außerdem erleichtert es die überall geforderte Individualisierung (= ich habe ein Recht auf angemessene Förderung), die Binnendifferenzierung (= ich kann mir die Zeit nehmen, die ich brauche, um etwas wirklich zu verstehen) und eine Förderung der unterschiedlichen Lerntypen durch die größere Vielfalt an Lehrmaterialien (= ich lerne, so wie ich will und wie ich es am besten kann), die im hauptsächlich lehrerzentrierten Unterricht mit großen Klassen viel schwerer zu verwirklichen sind. Insgesamt soll „glückliches“ Lernen ermöglicht werden. All dies kommt auch den Lehrenden zugute.“

„Unseren“ Kindern gefiel die Methode sichtlich; sie wurden im Lauf des Schuljahres immer selbständiger und machten große Fortschritte darin, ihr Arbeiten zu strukturieren und zu organisieren. Die zufrieden stellenden Ergebnisse der Leistungsnachweise, die natürlich auch in den „EVA“-Klassen abgehalten werden, zeigen, dass es den Schülern gelungen ist, sich die Unterrichtsinhalte weitgehend selbstständig zu erschließen.
Und wir Lehrenden? Wir blicken zurück auf ein Jahr, das geprägt war von vielen fruchtbaren Diskussionen mit Fachkolleg/inn/en und Stundenplanbeauftragten, vielen Sitzungen in den Teams, unzähligen Pausengesprächen und einer Reihe Elterngespräche, in denen wir die Eltern überzeugen mussten, ihre Kinder auch einmal los- und selbständig arbeiten zu lassen. Es gab viele Stunden am PC zur Entwicklung der Materialien, aber auch jede Menge Unterstützung und Ermutigung von allen Seiten.
Unser Fazit nach einem Jahr? Wir wollen weitermachen. „Unsere“ fünften Klassen wollen wir gerne auch in ihrem zweiten Jahr am Gymnasium in Deutsch und Mathematik unterrichten. Gleichzeitig wollen wir aber unsere Erfahrungen dafür nutzen, mit zwei neuen Fünften in ein optimiertes Projekt zu starten. Denn nicht nur die Kinder, sondern auch wir Lehrer haben in diesem Jahr viel dazugelernt.

Nachtrag zu Beginn des Schuljahres 2011/12: Der erste „Durchlauf“ liegt erfolgreich hinter uns, unsere zweiten EVA-Klassen dürfen wir in der 6. Jahrgangsstufe begrüßen, und unsere „Neulinge“ stehen schon in den Startlöchern... ein leicht erweitertes Team freut sich schon auf sie!

Nachtrag 2012/13: Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team von 8 Kolleginnen und Kollegen, die EVA unterrichten. Das Projekt wurde mit Unterstützung des Pädagogischen Instituts der Stadt München von der LMU evaluiert, und wir werden immer wieder eingeladen, es als Beispiel für schüleraktivierende Pädagogik auf Fortbildungen an anderen Schulen und auf Fachtagen vorzustellen. Obwohl - besser als wir können die Kinder selbst erzählen, was sie in Deutsch und Mathematik so erleben. Wer sich selbst ein Bild machen will, ist herzlich eingeladen, an einem Schnuppernachmittag in einer EVA-Klasse vorbeizuschauen!


Christine Debold für das „EVA“-Team

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  • Abiturprüfung Andere Bewerber: Mündliche Zusatzprüfung 2
    30.05. um 00:00Ort: s. Sonderplan